Viele klagen über eine Verschulung von Hochschulen und Universitäten.
Dieser Autor befürwortet dies.

 

Verschulung – was für ein hässliches Wort. Es hört sich an wie Verschandelung, Verhunzung. Und genauso ist es auch gemeint. Aber warum wird „Verschulung“ vor allem an Universitäten als Schimpfwort, ja als Kampfbegriff verwendet – sogar in der Lehrerausbildung? Die Benutzer dieser Vokabel – vornehmlich Kritiker der

– schreiben damit nahezu unterschiedslos alles, was das Studium ordnet und die Verbindlichkeit für Lehrende wie Studierende erhöht, der schule zu und kanzeln es als unakademisch ab.

als einzig wahre Stätte umfassender Persönlichkeitsbildung zu verteidigen – gegen die Fachhochschulen, die vermeintlich nur ausbilden, statt zu bilden. Aber könnte nicht auch die Universität von den Stärken der Schule lernen? Könnte ein wenig mehr Schule das akademische System nicht verbessern?

Man stelle sich vor: eine Universität, die sich als „Hoch-Schule“ versteht, an der Lehre und Studium im Mittelpunkt stehen, deren Professoren sich nicht in erster Linie als Forscher definieren, sondern mindestens ebenso begeistert als Hochschullehrer. Eine Universität, die für jedes Fach Curricula entwickelt, die das Studium zeitlich und inhaltlich sinnvoll ordnen und deren Inhalte von den Lernzielen für die Studenten aus konzipiert werden – und nicht aus der selbstreferentiellen Logik der sich immer stärker ausdifferenzierenden Disziplinen oder der spezialisierten Forschungsansätze der Professoren.

an den Seminaren teilzunehmen. Weil die Dozenten ihre Studierenden an dieser Universität kennen. Weil die Professoren dieser Universität sich als Verantwortungsgemeinschaft verstehen, von Lehrenden und Lernenden.