„Gute Lehre in den Naturwissenschaften“

Rezension zum Buch:

Kaufmann, D. & Eggensperger, P. (2017): Gute Lehre in den Naturwissenschaften. Der Werkzeugkasten: Einfach. Schnell. Erfolgreich. Berlin: Springer-Spektrum.

 

Das knapp 100 Seiten umfassende Buch „Gute Lehre in den Naturwissenschaften. Der Werkzeugkasten: Einfach. Schnell. Erfolgreich.“ von Dorothea Kaufmann und Petra Eggensperger hält, was es verspricht: Man liest es schnell, es ist einfach zu verstehen, und es enthält sehr konkrete, praktische Tipps und Handwerkszeug für eine erfolgreiche Lehre (nicht nur) in den Naturwissenschaften.

Den beiden Autorinnen ist es gut gelungen, ihre beiden unterschiedlichen beruflichen Hintergründe für die Leser/innen gewinnbringend zu vereinen. So hat das Buch einen klaren Bezug zum hochschuldidaktischen Hintergrund sowie Erkenntnissen aus Lernpsychologie und Motivationspsychologie aus dem Wissensschatz von Petra Eggensperger, langjährige Leiterin der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der Universität Heidelberg, und enthält zahlreiche, ganz praktische Beispiele aus dem Lehralltag von Dorothea Kaufmann, Wissenschaftlerin und Molekularbiologin, die am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg mit Leidenschaft lehrt.

Das Buch ist wie eine Selbstlerneinheit aufgebaut. So beginnt jedes Kapitel mit der Nennung der Lernziele, wirft Reflexionsfragen auf, bietet Platz, sie schriftlich zu beantworten und endet mit der Aufforderung, die wichtigsten eigenen Erkenntnisse zu notieren (dafür ist ebenfalls Platz vorgesehen).

Im Kapitel 1 wird grob in die theoretischen Erkenntnisse zum Lernen und Lehren eingeführt.

Die Kapitel 2-8 behandeln dann jeweils ganz konkrete Herausforderungen, mit denen sich Lehrende konfrontiert sehen (z. B. „Wie bringe ich meine Studierenden zur Mitarbeit?“ Oder „Wie überprüfe ich den Lernerfolg?“). Auf ca. einer halben Seite wird dann jeweils der theoretische Hintergrund angerissen, dann wird eine Lösung für die aufgeworfene Frage vorgeschlagen, bevor dann jeweils ganz konkrete Beispiele folgen, was Lehrende tun können, um mit dieser Herausforderung umzugehen. Es folgen dann jeweils noch einige Zeilen dazu, welche Erfahrungen die Autorinnen mit den vorgestellten Tools und Techniken gemacht haben.

Wer schnelle Antworten und Lösungen für konkrete Herausforderungen sucht, liegt mit diesem Buch absolut richtig. Die Tools und Tipps, die vorgeschlagen werden, sind praktisch, direkt einsetzbar und auch sehr sinnvoll, weil lernförderlich.

Wer jedoch auch nach Erklärungen dafür sucht, warum diese Tools und Techniken funktionieren, wird im Buch weniger Antworten finden. Die Theorie bleibt für mich als erfahrene Hochschuldidaktikerin zu oberflächlich; die Tipps und Tools werden nicht selten in der Aufforderungsform der Art „Geben Sie Ihren Studierenden …“ oder „Fragen Sie Ihre Studierenden …“ aber ohne Begründung gegeben, warum sie sinnvoll sind.

Fazit: Ein sehr geeignetes Buch für Lehrpraktiker/innen, die in kurzer Zeit, sinnvolle Ideen für die Verbesserung Ihrer Lehre erhalten wollen, ohne zu tief in die Hintergründe der Hochschuldidaktik einsteigen zu wollen.